Kachelofen mit Wassertechnik
Besonders empfehlenswert ist dies gerade bei
Einfamilienhäusern mit einem Wärmebedarf bis
zu 9 kWh. Doch auch die Unterstützung einer vorhandenen
Heizung ist möglich.
Die Abstimmung welche Art und Bauweise die Richtige
ist, wie oft ich einheizen müsste oder ob die zusätzliche
Automatisierung mit dem Pelletmodul
sinnvoll wäre, bedarf einer ausführlichen
Beratung und Planung.
Bei der Planung spielt die Abstimmung zwischen Heizlast
des Gebäudes, Wärmeerzeugung und Wärmeverteilung
eine zentrale Rolle.
Die Planung (Schritt 1-6)
1. Welche Heizlast hat das Gebäude?
Nur wenn der Bedarf eines Gebäudes bekannt ist,
können auch Aussagen zum benötigten Heizeinsatz
gemacht werden. Die Heizlast kann am schnellsten über
die zu beheizende Wohnfläche sowie den Dämmstandard
ermittelt werden. Exakte Daten liefert eine Heizlastberechnung nach EN 12831
2. Wie viel Holz muss täglich verfeuert werden?
Die tägliche zu verfeuernde Holzmenge für
die Heiz- als auch Warmwassererwärmung hängt
von der Heizlast des Gebäudes, von der Außentemperatur
und der Anzahl der Personen ab.
Damit man nicht Sklave seiner Heizung wird, muss die
Holzmenge und die damit verbundenen Heizintervalle in
einem geistreichen Rahmen von 2 mal - maximal 3 mal
täglich abgesteckt werden.
3. Wie hoch ist der jährliche Holzverbrauch?
Der jährliche Holzverbrauch ist abhängig
von der Heizlast des Gebäudes sowie dessen Standort.
Ausschlaggebend beim Standort sind die Heiztage. So
hat zum Beispiel München 255 Heiztage mit einer
mittleren Temperatur von 4,1°C.
4. Welches ist der richtige Wärmeerzeuger?
Neben dem Wunsch nach einer Kachelofen-, Kamin-
oder Herd-Funktion, spielt die richtige Wahl des Kesselgerätes
eine entscheidende Rolle.
Auswahlkriterium ist der nutzbare Heizwasser- bzw. Kesselanteil
des Wärmeerzeugers - die Leistungsangaben sind
hier eher sekundär. Der Kessel- und Strahlungsanteil
des Heizeinsatzes sollte möglichst mit der Wärmeverteilung
des Gebäudes übereinstimmen. Ein zu hoher
Wärmeanteil erzeugt sonst einen "Saunaeffekt".
5. Bedienkomfort
Scheitholz auflegen, anzünden und alles
weitere übernimmt die elektronische Ofensteuerung.
Dieser inzwischen selbstverständliche Bedienkomfort
ist vor allem für berufstätige Haushalte ein Muss.
Neben dem Bedienkomfort ist die Ofensteuerung
auch eine Garantie für perfekte Emissions- und
Staubwerte sowie für einen optimalen Anlagenwirkungsgrad.
6. Die hydraulische Anbindung an die Heizung
Bei der heizungstechnischen Anbindung müssen
zwei wesentliche Anforderungen erfüllt sein
• eine vom Heizungsbauer installierte
Pumpeneinheit mit Rücklaufanhebung
• ein ausreichend großer
Schichtladespeicher
Die während eines Abbrandes erzeugten Heizwassererträge
liegen meist über dem, was aktuell vom Heizsystem
benötigt wird. Ein Schichtladespeicher
gleicht dies aus. Er sammelt und speichert die Überschüsse
und stellt die benötigte Wärme in den Zeiträumen
zwischen den Abbränden zur Verfügung. Der
Schichtladespeicher
hat ein Volumen von 500 - 1000 Liter. Größere
Speichervolumen sind im Regelfall nicht sinnvoll, da
sich aufgrund der Pufferbreite die Temperaturniveaus
schneller durchmischen, als bei "schlankeren"
Speicherausführungen.
Perfektes Wärmemanagement
lässt sich am besten mit iner
vormontierten Heizzentrale
gewährleisten. Hier ist
das Spiel zwischen Wärmeerzeugung, Wärmespeicherung
und Wärmeverteilung optimiert. Erzeugte Wärme,
die man nicht sofort benötigt, wird gespeichert
und erst dann wieder abgegeben, wenn Bedarf besteht.
Wie kommt die Wärme der Heizgase in den Heizkörper?
Bei der Verbrennung von Holz entstehen Heizgase
mit Temperaturen von 600 - 800°C. Die Heizgase strömen
nach dem Brennraum durch wassergekühlte metallische
Rohre - den sogenannten Wärmetauscher (Kessel)
- und geben einen Teil ihrer Wärme an das Heizwasser ab.
Die heiße Brennkammer wird ebenfalls zur Heizwassererwärmung
genutzt. Der Brennraum befindet sich in einem wassergefüllten
Kesselkörper (Wassertaschen). Die heißen
Schamottesteine im Brennraum erwärmen die Wände
des Kesselkörpers und das darin befindliche Heizwasser.
Kesselkörper und Wärmetauscher bilden eine
Baueinheit. Durch beide Prozesse des Wärmeübergangs
heizt sich das Wasser auf 60 - 80°C auf, wird in
einem Schichtladespeicher
gesammelt und erwärmt bei Bedarf Heizkörper,
Fußboden- und Wandflächenheizungen.
Mit der Restwärme der Heizgase werden die keramischen
Rauchgaszüge erwärmt und so zusätzlich
angenehme Strahlungswärme an den Wohnraum abgegeben.
Ein Kachelofen mit Wassertechnik macht immer dreifach warm!
Er liefert an den Raum Warmluft für die
schnelle Wärme, angenehme Strahlungswärme
für die langanhaltende Wärme und erzeugt das
Heiz- und Warmwasser für das Gebäude. Jetzt
fehlt nur noch, dass er Kaffee machen kann.
Schön, dass es solche Erfindungen gibt!
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